Cross-Genre-Spektakel ›Marquis de Sade‹

Gregor Seyffert im ehemaligen Kraftwerk Vockerode bei Dessau

Als so genanntes Cross-Genre-Spektakel erzählte Gregor Seyffert mit seiner Compagnie Facetten des Lebens des Marquis de Sade an drei Spielorten im gigantischen Kraftwerk.

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Brauerei-Museum Dortmund

Dortmunder Actien-Brauerei

Am Ursprungsort, der Hansa-Brauerei in der Nordstadt, werden heute alle Dortmunder Marken gebraut – und das in der ehemaligen Bierstadt Europas. Das Maschinenhaus von 1910 und eine mit ihm verbundene Maschinenhalle aus den frühen 1970er Jahren werden über ein ebenerdiges früheres Durchgangshaus erschlossen, das als Scharnier zwischen Ober- und Untergeschoss und als Eingangshalle fungiert.

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Musealisierung

Luisenhütte Balve, Balve-Wocklum

Es gleicht einem Wunder, dass die Luisehütte als ältester Hochofen Deutschlands weitgehend in der Ausstattung des 19. Jahrhunderts vorhanden ist. Umso wichtiger ist eine zeitgemäße Musealisierung, die es ermöglicht, die Objekte trotz des saisonalen Betriebs in ihren klimatisierten Vitrinen ganzjährig zu verwahren und mit ausgesuchten interaktiven Elementen die Geschichte der Eisengewinnung und des Eisengusses spannend zu erzählen.

Alte Synagoge, Essen (Wettbewerb)

Optimierung und Ausstellung

Die kurz vor dem 1. Weltkrieg von Edmund Körner erbaute monumentale Synagoge war dank der massiven Bauweise mit innovativer Verwendung von Beton in der Pogromnacht 1938 nicht zu zerstören. Dem Anfang der 1960er Jahre errichteten modernen Innenausbau folgte in den 1980er Jahren eine Teilrekonstruktion Richtung Originalzustand. Die nicht mehr religiös genutzte Synagoge sollte als Begegnungs- und Ausstellungshaus optimiert werden. Uns ging es darum, im Hauptraum eine möglichst originale Hängeleuchteninstallation neu zu interpretieren mit zeitgemässer Licht- und Tontechnik. Für Ausstellungen wurden alle Räume im Untergeschoss zusammengefasst. Sie bilden eine abfallende spannend zu nutzende Einheit.

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Topographie des Terrors – Gestaltung des Geländes und ein Dokumentationsgebäude

Prinz-Albrecht-Gelände, Berlin-Kreuzberg (Wettbewerb)

Im Mai 2004 beschlossen die Bundesregierung und das Land Berlin, den Entwurf von Peter Zumthor für die Topographie des Terrors wegen technischer, finanzieller und inhaltlicher Risiken abzubrechen. Die bereits errichteten Rohbauteile wurden im Winter 2004/2005 abgerissen und das Gelände sollte weitgehend in seinen ursprünglichen Zustand zurückgeführt werden. Damit scheiterte nach dem Wettbewerb von 1983/84 auch der zweite Wettbewerb von 1993.

Gleichzeitig blieb der Bedarf nach einem Dokumentations- und Besucherzentrum bestehen. Ab 1997 zeigte die Stiftung Topographie des Terrors ihre Dauerausstellung entlang der von uns freigelegten Kellermauern des ehemaligen Gestapo- und SS-Geländes. Mit rund 350.000 Besucherinnen und Besuchern pro Jahr gehört der Ort zu den meistbesuchten Erinnerungs- und Lernorten Berlins. Als authentischer historischer Ort verweist er auf die zentralen Institutionen des nationalsozialistischen Terrorapparats, von denen aus die Verfolgung und Gewalt in Europa organisiert wurden.

Ziel des neuen Wettbewerbs war es, einen realisierbaren Entwurf für die Gestaltung des Geländes und ein Dokumentationsgebäude zu entwickeln. Das Gebäude sollte sich bewusst dem Gelände unterordnen, das als zentrales „Exponat“ verstanden wird. Gefordert war eine sachliche, funktionale und zugleich würdige Architektur, die auf monumentale Gesten verzichtet und die Aufmerksamkeit auf die historischen Spuren des Ortes lenkt. Die Topographie des Terrors wurde dabei in erster Linie als Ort der wissenschaftlichen, pädagogischen und historischen Aufarbeitung verstanden.

Das vorgeschlagene Konzept sah ein flaches Gebäude mit minimalem Flächenbedarf vor. Im Erdgeschoss befinden sich die öffentlichen Bereiche – Foyer, Dauer- und Wechselausstellung sowie Veranstaltungsflächen – die sich in alle Richtungen zum Gelände öffnen und eine enge Verbindung zwischen Innen- und Außenraum schaffen.

Auch die Gestaltung der Freiflächen folgte einem offenen und zurückhaltenden Ansatz: Statt Rekonstruktionen wurden vorhandene Spuren sichtbar gemacht und durch minimale Eingriffe lesbar gehalten. Elemente wie sogenannte »Eckfahnen« markieren die ehemaligen Gebäudestrukturen, um Besucherinnen und Besuchern die historische Topografie des Ortes nahe zu bringen. Insgesamt zielte das Konzept darauf ab, die Geschichte des Ortes mit möglichst wenigen baulichen Mitteln erfahrbar zu machen und den historischen Ort selbst in den Mittelpunkt zu stellen.

Dokumentation Topographie des Terrors Wettbewerb

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Topographie des Terrors – Ausstellungspavillon

Prinz-Albrecht-Gelände, Berlin-Kreuzberg (Entwurf)

Auf dem Gelände der »Topographie des Terrors« wurde 1987 im Zuge der 750-Jahrfeier Berlins ein provisorischer Pavillon auf einem überraschend gefundenen Kellerfundament errichtet. In diesem Pavillon wurde die Ausstellung zur Geschichte des Orts und der mit diesem Ort verbundenen Menschen gezeigt. Die damalige Ausstellung wurde später in unserem Open-Air-Parcours am nördlichen Rand des Geländes gezeigt.

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Erinnerungsstätte am ehemaligen Checkpoint Charlie

Entwurf

Gemeinsam mit Dr. Dieter Vorsteher ist für die Freifläche am Checkpoint Charlie ein Grobkonzept im Fadenkreuz der Teilung Berlins entwickelt worden.

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Historischen Ausstellung Krupp und Ausstellung zur Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung

Kleines Haus der Villa Hügel, Essen (Wettbewerb)

Die Gestaltungsrhetorik ist in seinem dualen Prinzip zu erkennen: Das Exponat Nummer 1, das ehemalige Logierhaus, eröffnet sich dem Publikum als Grundton, während sich die Ausstellung nach unserem Prinzip integriert: ›Ausstellungsgestaltung ist die Synchronisation zwischen Thema, Objekten und Raum‹.

Brunnen

Dortmund-Wickede

Für die neue, private Gartenanlage in Dortmund-Wickede entwarf Jürg Steiner 2004 einen Brunnen, dessen Wasser durch eine vertikale Bohrung in der Granitkugel sprudelt.

Römerthermen Zülpich, Museum der Badekultur

Gestaltungswettbewerb

Konzept
Im Zentrum der Ausstellung steht die Ausgrabung. Sie ist der eigentliche Anlass; um sie herum stehen die Gebäude aus verschiedenen Epochen, die zusammen das neue Museum formen werden. Die Ausgrabung soll deswegen im vorliegenden Konzept, das auf zwei Akten und einer Ouvertüre beruht, den ersten bilden.

Dieser erste Akt im Zentrum der Anlage könnte, den vorgelegten Konzepten folgend, heißen:

„Badewelten in der Antike“
Das Publikum umschreitet die Ausgrabung, um die an exponierten Punkten berührungsempfindliche Bildschirme angeordnet sind. Ein grafisches Suchangebot erlaubt einzelne Stellen und Themen anzuwählen, ein Lichtfinger beleuchtet die entsprechenden Zonen in der Ausgrabung. Auf dem Bildschirm erscheint die entsprechende Information und Hinweise auf ausgesuchte Referenzobjekte erscheinen im Bildschirm.

Durch die Hervorhebung einzelner Bereiche in der Ausgrabung – jeweils interaktiv durch das Publikum gesteuert – ergeben sich Sinnzusammenhänge, die nur die geschickte Synchronisation zwischen Ausgrabung und Lichtfinger bewirken. Die gesamte Ausgrabung leuchtet von Zeit zu Zeit gesamthaft, doch meist ist sie im Halbdunkel, sodass störende Notwendigkeiten wie Stützen und Technik sich relativieren.

Der Rundgang der Ausstellung jedoch beginnt und endet in der Basilika mit einer Inszenierung der Objekte des Museums als Ouvertüre mit dem Namen

„Le Théâtre de la Baignade“
Dieser Titel vereinigt die inszenatorische Idee mit der Präsentationsform und der Architektur der Basilika. Die Objekte hängen frei oder in Behältnissen an der Decke wie in einem Schnürboden. Das Publikum hat die Möglichkeit, einzelne Objektgruppen mittels Knopfdruck auf Sichthöhe abfahren zu lassen, um die Objekte von Nahem zu betrachten. Sowohl thematische als auch typologische Gruppen sind möglich. Sind alle Objekte hochgezogen, kann die Basilika als Versammlungsort dienen.

Sensoren verhindern das Fahren der Objekte bei Schaukelbewegungen und Schlaffseilschalter verhindern das Weiterfahren, falls ein Objekt auf einen Gegenstand abfährt. Dem Museum Badekultur des Rheinlandes in Zülpich wir so ein analoges Medium zur Verfügung gestellt, das es so bisher nicht gab und das den natürlichen Spieltrieb mit gai savoir verbindet.

Dokumentation des Konzepts für das Museum des Rheinlandes in Zülpich

Die Autoren
Prof. Jürg Steiner
Gerhard Herr

Mitarbeit:
Martin Schoch
Katrin Dobbrick

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