Literaturhaus Berlin

Fasanenstrasse 23, Berlin-Charlottenburg

Uli Böhme, der uns als Innenarchitekt vorschlug, baute die Gründerzeitvilla, die zuvor eine Gaststätte nebst Bordell beherbergte, in konsequenter Denkmalhaltung um. Der Gründungsdirektor Herbert Wiesner unterstützte uns mit seinen profunden Kenntnissen zeitgemäßer Möblierung und die Bauherrenvertreterin der Senatsbauverwaltung, Dagmar Tanuschev, führte uns in die Feinheiten des öffentlichen Bauens ein.

Die für die Stuckrosetten, der aus konservatorischen Gründen dunkel gefassten Räume entworfenen Leuchter bestehen aus vier Rechteckrohren aus poliertem Edelstahl und 24 Kaltlichtspiegellampen, die mittels Drehrädern ausrichtbar angebracht sind. Zwischen die Lampenreihen ist in den repräsentativen Räumen eine Glasplatte gehängt, die virtuell die Zahl der Lampen verdoppelt und der Leuchte das Volumen eines Kronleuchters verleiht. Durch die Ausrichtbarkeit der Lampen können Lichtstimmungen erzeugt und Bilder ausgeleuchtet werden. Eine Vielzahl von Einzelelementen, bis zu den Außenvitrinen, waren Bestandteil des Auftrags. Öffentlichkeitswirksam ist das Café Wintergarten, in dem der Nachweis erbracht wurde, dass eine Gastronomie sensibel und festlich in ein bürgerliches Hochparterre eingepasst werden kann. Das Literaturhaus war das dritte innenarchitektonisch bearbeitete Objekt in der Fasanenstrasse, nach der Villa Grisebach und dem Käthe-Kollwitz-Museum, alle 1986.

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Kategorisiert als Architektur