Entwurf für einen Prototyp
Nicht zu verwechseln mit einem Morgenmantel, ist der Hausmantel ein Kleidungsstück, das in Mitteleuropa in Amtsstuben gern getragen wurde. Auch in der russischen Literatur bekannt als »Chalat« , hier besonders in Iwan Gontscharovs Oblomov. Mit dem Protagonisten haben wir die eine Gemeinsamkeit, uns meist in geschlossenen Räumen aufzuhalten. Als der Bauantrag für das Museum am Ostwall bei der Dortmunder Bauaufsicht 1990 abgegeben wurde, händigten wir die Dokumente einem Beamten in weißem Büromantel aus. Später begegneten wir diesem Kleidungsstück auf der Zeche Zollverein XII, wo solche Mäntel aus kräftigem, ungefüttertem Flanell in Köperbindung Besuchern zur Verfügung gestellt wurden – ein Exemplar erhielten wir 2008 als Geschenk; es wurde seither ab und an im Büro getragen, vor allem um den ganzen Körper zu wärmen. Unseren von den Vorbildern angeregten Entwurf hat der Schneider Erkan Tuhan aus einem kurzflorigen Baumwollsamt in preußisch-blau gefertigt. Auch dieser neue Mantel ist ein ungefütterter Zweireiher. Das zweite Bild zeigt A. S. Puschkin im Hausmantel auf einem Gemälde von V. A. Tropinin, das dritte wurde am 8. Januar 2009 in Essen 1000 m unter der Erde gemacht. Auf dem vierten Bild ist der geschenkte Mantel im Einsatz in unseren Arbeitsräumen. Im fünften Bild steckt der Schneider Tuhan in seinem Laden in der Reichsstraße (Berlin-Westend) einen Ärmel ab; das erste und letzte zeigen den Designer im von ihm entworfenen Hausmantel, aufgenommen von Julius Steiner am 31. März 2026.
Vielleicht ein logischer Schritt vom Umgang mit Großtextilien wie bei der Ausstellung 1000 Jahre Kaiserdom Merseburg zu Bekleidungsentwürfen?












