Sonderausstellung anläßlich des 1000-jährigen Jubiläums der Grundsteinlegung des Merseburger Doms
Der Merseburger Dom gilt als eine der bedeutendsten Kathedralbauwerke Deutschlands. Anlässlich des 1000-jährigen Jubiläums der Grundsteinlegung des Merseburger Doms kehrte für vier Monate der Geist des 11. Jahrhunderts mit der Präsentation wertvoller Leihgaben aus ganz Europa nach Merseburg zurück. Die Ausstellung im Dom St. Johannes und St. Laurentius und im Kulturhistorischen Museum Schloss Merseburg gab einen Einblick in die Gründungsausstattung einer Kathedrale und erzählt von der Entwicklung Merseburgs zu einer der bedeutendsten Kaiserpfalzen Mitteldeutschlands.
Das Besondere an der Ausstellung »1000 Jahre Kaiserdom Merseburg« war, dass manche Kausalitäten des Erzählstrangs, gerade bei frühen, fragmentarischen Quellen, anstelle mit Originalobjekten mit Inszenierungen zu vermitteln waren: Die schmucklose Ostwand in der Vorhalle des Domes war vollflächig mit einem Illusionsbild bespannt, das den Einblick in eine romanische Basilika zeigte, das mit elektronischer Bildbearbeitung des Seitenschiffs der Quedlinburger Stiftskirche St. Servatius erzeugt wurde. Ein noch größeres Bild war an der benachbarten großen mittleren Ostwand in der Vorhalle zu sehen. Seit 1700 zeigt sich dort die Rückwand der Orgel in der Art einer stilisierten Hausfassade mit Fenstern und Baudekoration. Bei der Ausstellung erschien der einstige Blick in den Hauptraum des Merseburger Doms unverbaut – ebenfalls durch ein Illusionsbild, das vom Publikum in der Rundgangsfolge durchschritten, wird um in die Haupthalle zu gelangen.
Zwischen den Westpfeilern der Vierung im Dom trennte bis zur endgültigen Einführung der Reformation ein steinerner Lettner den Chor vom Hauptschiff, der 1588 abgerissen wurde. Einige Fragmente des steinernen Ensembles sind noch erhalten, woraus sich eine virtuelle Rekonstruktion in Form eines Theaterprospekts herstellen ließ. Das leicht transparente und bedruckte Textil machte die ehemalige Architektur in einer realistischen Darstellung mit passenden Licht- und Schatteneffekten erkennbar. Da während der Ausstellungsdauer Gottesdienste, Konzerte sowie die Orgelfestspiele weiterhin stattfinden, war es möglich, den Prospekt per Seilzug hochzuziehen.
Stimmungsvoll gestaltete Raum- und Exponattexte sowie Grafiken auf Textil, verbanden alle Ausstellungsräume zu einem einheitlichen Ganzen und transportierten neben reinem Wissen ein Gefühl der damaligen Gesellschaft mit ihren Bräuchen, Festen und Darstellungsformen.
Die Ausstellung war die erste in einer Reihe mit den weiteren Tausendjahrjubiläen Thietmars Welt. Ein Merseburger Bischof schreibt Geschichte, 2018 (Todesjahr Thietmars von Merseburg) und 2021 Merseburger Zaubersprüche (Jubiläum Domweihe).
Dokumentation 1000 Jahre Kaiserdom Merseburg
Am 20. Juni 2017 wurde das Projekt mit dem »Weltenbauer-Award« der Deutschen theatertechnischen Gesellschaft ausgezeichnet.























