Topographie des Terrors – Gestaltung des Geländes und ein Dokumentationsgebäude

Prinz-Albrecht-Gelände, Berlin-Kreuzberg (Wettbewerb)

Im Mai 2004 beschlossen die Bundesregierung und das Land Berlin, den Entwurf von Peter Zumthor für die Topographie des Terrors wegen technischer, finanzieller und inhaltlicher Risiken abzubrechen. Die bereits errichteten Rohbauteile wurden im Winter 2004/2005 abgerissen und das Gelände sollte weitgehend in seinen ursprünglichen Zustand zurückgeführt werden. Damit scheiterte nach dem Wettbewerb von 1983/84 auch der zweite Wettbewerb von 1993.

Gleichzeitig blieb der Bedarf nach einem Dokumentations- und Besucherzentrum bestehen. Ab 1997 zeigte die Stiftung Topographie des Terrors ihre Dauerausstellung entlang der von uns freigelegten Kellermauern des ehemaligen Gestapo- und SS-Geländes. Mit rund 350.000 Besucherinnen und Besuchern pro Jahr gehört der Ort zu den meistbesuchten Erinnerungs- und Lernorten Berlins. Als authentischer historischer Ort verweist er auf die zentralen Institutionen des nationalsozialistischen Terrorapparats, von denen aus die Verfolgung und Gewalt in Europa organisiert wurden.

Ziel des neuen Wettbewerbs war es, einen realisierbaren Entwurf für die Gestaltung des Geländes und ein Dokumentationsgebäude zu entwickeln. Das Gebäude sollte sich bewusst dem Gelände unterordnen, das als zentrales „Exponat“ verstanden wird. Gefordert war eine sachliche, funktionale und zugleich würdige Architektur, die auf monumentale Gesten verzichtet und die Aufmerksamkeit auf die historischen Spuren des Ortes lenkt. Die Topographie des Terrors wurde dabei in erster Linie als Ort der wissenschaftlichen, pädagogischen und historischen Aufarbeitung verstanden.

Das vorgeschlagene Konzept sah ein flaches Gebäude mit minimalem Flächenbedarf vor. Im Erdgeschoss befinden sich die öffentlichen Bereiche – Foyer, Dauer- und Wechselausstellung sowie Veranstaltungsflächen – die sich in alle Richtungen zum Gelände öffnen und eine enge Verbindung zwischen Innen- und Außenraum schaffen.

Auch die Gestaltung der Freiflächen folgte einem offenen und zurückhaltenden Ansatz: Statt Rekonstruktionen wurden vorhandene Spuren sichtbar gemacht und durch minimale Eingriffe lesbar gehalten. Elemente wie sogenannte »Eckfahnen« markieren die ehemaligen Gebäudestrukturen, um Besucherinnen und Besuchern die historische Topografie des Ortes nahe zu bringen. Insgesamt zielte das Konzept darauf ab, die Geschichte des Ortes mit möglichst wenigen baulichen Mitteln erfahrbar zu machen und den historischen Ort selbst in den Mittelpunkt zu stellen.

Dokumentation Topographie des Terrors Wettbewerb

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