Alte Synagoge Essen
Für die Dauerausstellung im Haus jüdischer Kultur in der Alten Synagoge Essen stellten wir uns gemeinsam mit der Direktorin Dr. Edna Brocke die Aufgabe, eine interaktive kinetische Station zu entwickeln, um eine Synchronisation des jüdischen mit dem gregorianischen Kalender erfahrbar zu machen. Die Komplexität des jüdischen Kalenders – mit Monaten, die den Mondphasen strikt folgen – und des solar orientierten gregorianischen Kalenders empfahl für einen Zeitraum von 20 Jahren zwei riesige Zahnräder zu installieren, deren einzelne Zähne jeweils eine Woche darstellen – die größte Gemeinsamkeit der beiden Systeme. Die Tage markieren jeweils sieben Strahlen auf einem Zahn; das Drehrad fürs Publikum ist ebenfalls in sieben Abschnitte aufgeteilt, so entspricht eine Umdrehung einer Woche. Durch eine Lupe ist die Gegenüberstellung bis auf die Genauigkeit eines Tages zu verfolgen – der analoge Zusammenhang erläutert erst die Dialektik zwischen Tag und longue durée.
Im jüdischen Kalender werden außerdem die Mondphasen angezeigt. 2030 werden sich die großen beiden Zahnräder je einmal gedreht haben – nach 7300 Tagen. Wie geht es dann weiter?
Design
Jürg Steiner mit Colin Steiner und Philipp Schröder
Engineering
Colin Steiner (Berlin), Oliver Widy (Kassel)
Hersteller
molitor GmbH, Berlin; Schweissperlen, Kassel
Zeichnungen
Jürg Steiner, Oliver Widy (Schweissperlen, Kassel), Philipp Schröder, Cüneyt Yurdakul
Fotografien
Olaf Mehl, Jürg Steiner
Dokumentation Haus jüdischer Kultur
Links
Alte Synagoge – Haus jüdischer Kultur
m.o.l.i.t.o.r. GmbH
Schweissperlen














